Die geplante Weiterentwicklung der Windenergie in der Gemeinde Finne stößt auf großes Interesse in der Bevölkerung und wird von einem intensiven, transparenten Dialog begleitet. Rund 100 Bürgerinnen und Bürger informierten sich kürzlich bei einer Einwohnerversammlung im Ortsteil Lossa über aktuelle Planungen, Hintergründe und Beteiligungsmöglichkeiten.
Im Mittelpunkt standen der mögliche Neubau von fünf Windenergieanlagen im Bereich Tauhardt durch die Firma UKA sowie perspektivische Entwicklungen weiterer geeigneter Flächen im Gemeindegebiet. Bürgermeister Detlef Hartung und der Gemeinderat machten deutlich, dass die Planungen verantwortungsvoll gesteuert werden sollen – mit dem klaren Ziel, sowohl die Interessen der Einwohner als auch die Anforderungen einer zukunftsfähigen Energieversorgung in Einklang zu bringen.
Ein zentrales Anliegen der Veranstaltung war es, Transparenz zu schaffen und den Bürgerinnen und Bürgern einen direkten Austausch mit Fachleuten zu ermöglichen. Vertreter der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt (LENA), der Regionalplanung sowie der beteiligten Unternehmen erläuterten rechtliche Rahmenbedingungen, Planungsprozesse und konkrete Auswirkungen vor Ort.
Positiv hervorgehoben wurden insbesondere die Chancen für die regionale Entwicklung. Durch gesetzliche Beteiligungsmodelle können Kommunen künftig spürbar von Windenergie profitieren – etwa durch zusätzliche finanzielle Mittel, die gezielt für lokale Projekte in den Bereichen Infrastruktur, Bildung, Kultur und Vereinsleben eingesetzt werden können.
Auch die Frage der regionalen Wertschöpfung spielte eine wichtige Rolle. Sebastian Goldhorn, Vorsitzender der Bürgerenergiegenossenschaft Thüringer Becken und Gemeinschaftsvorsitzender der VG Kölleda, stellte praxisnahe Möglichkeiten vor, wie Bürgerinnen und Bürger aktiv an der Energiewende teilhaben können. „Unser Ziel ist es, dass der in der Region erzeugte Strom auch den Menschen vor Ort zugutekommt – bezahlbar, nachhaltig und mit echten Beteiligungschancen“, so Goldhorn.
Die vorgestellten Modelle zur Bürgerbeteiligung – von Genossenschaftsanteilen bis hin zu attraktiven Stromtarifen – stießen auf großes Interesse und zeigen, wie Energiewende konkret vor Ort gestaltet werden kann.
Neben den Chancen wurden auch Fragen und Bedenken aus der Bevölkerung ernsthaft aufgenommen und fachlich eingeordnet. Themen wie Landschaftsbild, Umweltwirkungen und Abstände wurden offen diskutiert – ein wichtiger Beitrag für eine sachliche und ausgewogene Meinungsbildung.
Fazit:
Die Veranstaltung in Lossa verdeutlicht, dass die Energiewende dann erfolgreich ist, wenn sie gemeinsam gestaltet wird. Der enge Austausch zwischen Kommunen, Fachleuten und Bürgerschaft schafft Vertrauen, stärkt die Akzeptanz und eröffnet konkrete Perspektiven für die Region.
Ausblick:
Die VG Kölleda sieht in der länderübergreifenden Zusammenarbeit mit der Gemeinde Finne einen wichtigen Schritt für eine starke, nachhaltige Energiezukunft. Ziel bleibt es, regionale Wertschöpfung zu sichern, Bürger aktiv einzubinden und die Energiewende vor Ort greifbar zu machen.



