Stellen Sie sich vor, Bürgerinnen und Bürger können selbst entscheiden, wie teuer der Strom in ihrer Heimat ist und jede Stromrechnung stärkt automatisch gemeinnützige Projekte und die Wirtschaft vor Ort.
Im schönen Ambiente des Schlosses und im ausgebuchten Gewehrsaal fanden sich Anfang Februar rund 150 Personen zum Regionalforum ein, wo genau diese Themen besprochen wurden. Begrüßt wurden die Anwesenden von Josef Ahlke, der als Gastgeber durch den Nachmittag führte.
Der erste Redebeitrag oblag dem Bürgermeister der Landgemeinde Am Ettersberg, Herrn Thomas Heß. Er warf einen kritischen Blick auf die Energiewende. Seine teils humorvolle Art, Fragen bewusst etwas zugespitzt zu formulieren, sicherte ihm die volle Aufmerksamkeit des Saales.
Imagefilm Heimat und Energie
Im Anschluss feierte der Imagefilm des REES-Projektes Premiere. In anderthalb Minuten wird dort erzählt, wie der Spagat von erneuerbaren Energien und einem konkreten Nutzen für die Heimat gelingen kann.
Sebastian Goldhorn, Gemeinschaftsvorsitzender der VG Kölleda, nutzte sein Grußwort, um von den Anfängen und der Entstehung des Projektes REES zu berichten. Er schilderte die Schwierigkeiten und Herausforderungen, den in der Region erzeugten Strom kostengünstig nutzbar zu machen und gleichzeitig soziale Projekte, Kindergärten und Dorfgemeinschaftshäuser zu unterstützen. Aus diesem Grund wurde vor zwei Jahren die Bürgerenergiegenossenschaft Thüringer Becken (BEG) gegründet. Diese umfasst bereits 120 Mitglieder und hat in der jüngsten Mitgliederversammlung einen sehr günstigen Bürgerstromtarif für seine Mitglieder beschlossen. Mit rund 19 Cent pro Kilowattstunde bietet der Tarif einen spürbaren Vorteil gegenüber den ortsüblichen Strompreisen.
Bürgerenergie als Chance für den ländlichen Raum
Im Anschluss folgte der Impulsvortrag von Prof. Dr. Harald Lesch, einem breiten Publikum aus dem ZDF-Fernsehen bekannt. Der promovierte Astrophysiker nahm die Gäste mit seiner mitreißenden Art auf eine Reise durch Erkenntnisse, Messungen und Belege zum Klimawandel, zeigte aber auch die daraus entstehenden Chancen für den ländlichen Raum auf. Im Nachgang stellte er seinen Vortrag den Anwesenden zur Verfügung.
Podiumsdiskussion: „Energiewende als Konjunkturprogramm für den ländlichen Raum“
Die anschließende Kaffeepause bot allen Teilnehmenden reichlich Gelegenheit zum Austausch, der rege genutzt wurde. Frisch gestärkt ging es anschließend zur Podiumsdiskussion mit Ramona Rothe (ThEGA), Frank Emrich (Verbandsdirektor Wohnungswirtschaft Thüringen), Jens Wittig (Landschaftsarchitekt und Städteplaner), Prof. Dr. Harald Lesch sowie VG-Chef Sebastian Goldhorn.
Im Mittelpunkt der Diskussion stand dabei auch die Bedeutung der Bürgerenergie als wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Energiewende und als echte Chance für den ländlichen Raum.
Josef Ahlke jonglierte souverän mit den aktuellen Fragen aus dem Publikum und den Themen der Agenda und ermöglichte so einen lebendigen Schlagabtausch unterschiedlicher Sichtweisen und Standpunkte. Zahlreiche Gäste nutzten zudem die Gelegenheit, ihre Fragen direkt an die Podiumsgäste zu richten.
Eine gelungene und sehr informative Veranstaltung fand gegen 18 Uhr ihr Ende.



